
Bis zum Jahr 2007 gab es in dem Ort nur ein Krankenpfleger in einem kleinen Raum ohne jede medizinische Geräte, der versucht hat, die Kranken notdürftig zu versorgen. Für den Arztbesuch müssen die Kranken in die nächst grössere Stadt nach Sinnar, und jeder Arztbesuch kostet Geld. 
Die in der Region verbreiteten Krankheiten sind resistente Malaria, Bilharziose (Schistosomiasis), Magen-Darm Infektionen, Durchfälle, Hepathitis A und Thyphus-Fieber sowie Anämie bei Kindern. Bilharziose wird durch mikroskopisch kleine Würmer verursacht, die im seichten Gewässer leben. Vor allem das Wasser aus den vom Nil kommenden Bewässerungskanälen, das nicht nur als Nutzwasser sondern bei Wasserknappheit auch als Trinkwasser verwendet werden muss, enthält die Erreger.
Ein Arztbesuch und Transport des Kranken in der nächsten größeren Stadt Sinnar stellt die Familien oft vor fast unlösbare finanzielle Probleme.
Während der Behandlung müssen auch die Angehörigen eine Unterkunft in der Stadt finden und für die Verpflegung sorgen. Der Weg nach Sinnar ist beschwerlich, in der Regenzeit gibt es oft keine Möglichkeit in die Stadt zu kommen.
Aufgrund der Probleme werden viele Krankheiten nie von einem Arzt behandelt, oft mit gravierenden Folgen wie im Fall des 11jährigen Mohammed Osmans, der aufgrund einer nicht behandelten Krankheit nicht mehr hören kann. Notwendige Impfungen werden nicht durchgeführt und alte und bettlägrige Menschen bleiben oft ohne jede medizinische Betreuung. Die Kindersterblichkeit ist hoch und Schwangere und Neugeborene werden oft nur notdürftig versorgt. 
Mit unserer Unterstützung wurde 2007 eine Basisgesundheitsstation gebaut und ausgestattet, die der medizinischen Grundversorgung von ca. 20.000 Menschen dient. Die Station mit dem medizinischen Personal wird von einem Arzt geleitet und verfügt über ein Labor. Das Projekt wurde vom BMZ im Rahmen eines Kleinprojektes gefördert. 

Die Gesundheitsstation besteht aus zwei Untersuchungsräumen (einen Raum für den Arzt, einen Raum für den Arzthelfer), einen Laborraum, einen Erste-Hilfe-Raum, einen Mutter-Kind-Raum, einen Impfraum, ein Raum für die Apotheke und einen Warteraum, des weiteren zwei Krankenzimmer mit Liegen für ambulante Behandlungen oder stationärer Aufnahme in Notfällen. Die Station übernimmt die Erstversorgung bei Unfällen und Verletzungen, führt Impfungen und Schwangerschaftsbetreuung durch sowie Diagnose und Therapie der häufigsten Krankheiten. Außerdem werden Beratungen während der Schwangerschaft, in der Familienplanung sowie bei Ernährungs- und Hygienefragen durchgeführt.
Heute werden in der Station täglich ca. 50 Menschen behandelt, wobei die Anzahl der Behandlungen in der Regenzeit (Malariajahreszeit) viel höher ist. Die Station hat im Mai 2008 gemeinsam mit der Gesundheitsbehörde eine Kampagne zur Impfung von Kindern zwischen 6 Monaten und 5 Jahren gegen Würmer, Schlafkrankheit und Keuchhusten durchgeführt. Es wurde allein während der Aktionstage 1.018 Kinder geimpft. 
 |  Innenhof der Station
|  |  Laborraum in der Station
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