Projektgebiet

Unser Projektgebiet im Sudan liegt 300 km südlich der Hauptstadt Khartum und gehört zum Bundesland Sinnar. Dort sind es die Dörfer in der Nähe der Stadt Sinnar, die am Blauen Nil liegt. Die Mehrzahl der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft und lebt vorwiegend vom Getreideanbau während der Regenzeit und von der Viehzucht. Daneben gibt es Handwerker und Tagelöhner, welche in den Großstädten im Sudan arbeiten. Das durchschnittliche Jahreseinkommen liegt umgerechnet bei unter 500 Euro. Die Bevölkerung dieser Dörfer besteht zum größten Teil aus Analphabeten.

In den Dörfern fehlt es an Infrastruktur wie Schulen, Gesundheitsversorgung, Elektrizität oder Straßen.

In den Dörfern auf dem Land fehlt es an allem. Oft gibt es weder eine Versorgung mit Strom noch mit fließend Wasser. Es gibt kaum Schulen und auch die Schulen in der größten Stadt der Region, Sinnar, sind hoffnungslos überfüllt. Dazu kommt, dass die kleinen Dörfer in der Regenzeit oft von der Umwelt abgeschnitten sind.

Viele Gemeinden versuchen in Eigeninitiative Schulen zu bauen, damit ihre Kinder eine Möglichkeit erhalten, die Basisschule zu besuchen. Die Schulen auf dem Land sind einzügig, d.h. es gibt pro Jahrgang eine Klasse. Meist reicht das Geld lediglich für einige Räume, so dass die Schulen nicht jährlich neue Schulkinder aufnehmen können. Da auch die Schulen der Nachbardörfer extrem überfüllt sind, gibt es keine regelmäßige Einschulung von Kindern in den Dörfern. Fast alle Schulen auf dem Land sind in einem sehr schlechten Zustand. Auch die Ausstattung der Schulen ist erbärmlich; es gibt viel zu wenig Schulbänke, Tische und Tafeln.

Zu Beginn konzentrierten sich unsere Maßnahmen auf das Dorf Hilat Al Bir, das ca. 10 km westlich der Stadt Sinnar liegt. Dort gibt es einen Partnerverein, mit dem wir unsere Projekte durchführen. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Gemeinden den Nachbardörfer auf uns zu mit der Bitte auch in ihren Dörfern zu helfen. Unser Partnerverein und auch Mitglieder des Vereins in Deutschland haben die Schulen der Dörfer besichtigt und sich vor Ort einen Überblick über die die Situation gemacht. Unterstützend fand eine Zählung aller noch nicht schulpflichtiger Kinder statt, um so auch den künftigen Bedarf an Schulplätzen besser abschätzen zu können.

Inzwischen haben wir – gefördert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit – auch für die umliegenden Dörfer zwei große Projekte durchgeführt.

Von 2012 bis 2014 wurden in den Nachbargemeinden Uboudi, Saura, Tabaldia, Hilat Kouah, Nugdala, Wad Hashim und Mayurno vorhandene Schulen erweitert, so dass Unterricht bis zur achten Klasse möglich ist. In den Dörfern, in denen der Bedarf besonders hoch war, wurden neue Schulen und Lehrerunterkünfte errichtet und Uboudi eine dringend benötigte Wasserleitung verlegt.

Für die Nachbargemeinden Erediba, Taiba alhafir, Allukha, Aldagaga, Taiba almastajida, Taiba almanshiya, Alsadra, Omsag und Aldayra fand 2016 – 2018 ein weiteres großes Projekt statt. Die Schulen dieser Dörfer waren allesamt in einem sehr schlechten Zustand, meist existierten nur einige wenige Räume, in denen provisorisch unterrichtet wurde. Die Gemeindevertreter schilderten uns ihre Situation und die Probleme, die einer Verbesserung der Bildung in ihren Gemeinden im Wege stehen. Unser Partnerverein hat alle Schulen besichtigt und den Istzustand aufgenommen. Gefördert durch das BMZ wurden die fehlenden Räume für die Schulen dieser Dörfer gebaut und die Schulen saniert, verputzt, ausgestattet und umzäunt.

In unserem aktuellen Projekt, das von 2018 bis Ende 2020 läuft, geht es westlich des Nils um die Dörfer Hilat Al Bir und Darassalam, östlich des Nils um die Dörfer Kassab Gerbai, Om Kitir, Alamara, Riwina, Abbolla, Sheikh Talha, Zain Alabidin und Hilat Said. Auch hier ist geplant die vorhandenen Räume zu renovieren und fehlende Räume zu bauen sowie die Schulen mit Tischen, Bänken, Tafeln und Schränken auszustatten.

Wir freuen uns sehr über das, was wir in den letzten Jahren gemeinsam erreicht haben. Es ist unser Erfolg, dass es heute in einigen Dörfern der Region solide gebaute bzw. renovierte und vollständige Schulen gibt. Alle Kinder dieser Dörfer bekommen einen Platz in der Schule und alle Schulen sind verputzt, haben einen betonierten Boden, Fenster und Türen und sind mit genügend Bänken und Tischen ausgestattet.

Unterstützen auch Sie uns durch ihre Mitgliedschaft, eine Patenschaft für eine Schulklasse oder eine Spende für unsere Projekte!